Organisation ist der Boden auf dem wir stehen

The World in 100 Years / Die Welt in 100 Jahre...

Image by Ars Electronica via Flickr

Jeden Tag dasselbe Geschwafel von Missständen und Problemen: Druck hier, Stress da, Chef is doof, Essen zu teuer, Alk zu teuer, lirum larum Löffelstiel. Im selben Atemzug folgt das Aufzählen der Verantwortlichkeiten, der Faktoren die die Misere ergeben. Selten wird dann über Lösungen gesprochen. Denn es geht in diesen Unterhaltungen nicht um Lösungen, sondern ums Jammern. Denn selbst wenn anschließend Lösungen genannt werden ist es die Lieblingsbeschäftigung des braven Bürgers – denen ich diese Gespräche zuschreibe – sich umgehend der eigenen Unfähigkeit der Umsetzung dieser Lösungen bewusst zu werden. Um alles in der Welt zu resignieren, nichts zu wagen, nichts zu verändern sondern den status quo und den entspannten Alltag aufrecht zu erhalten!

Das letzte was geschieht ist die Organisation der Lösung, obwohl dies die einzige Möglichkeit und der einzige Ausweg des Geplagten aus der Misere ist.

Misère, sur les bancs publics

Doch nur wer gut organisiert ist, hat einen großen Einfluss auf die Welt. Schauen wir uns all die Parteien, die Vereine und Firmen an. Schauen wir uns all die Mafiagruppierungen an. Schauen wir uns die Demonstranten in den arabischen Staaten an. All diese Leute haben sich komplex organisiert und gestalten aktiv das Geschehen auf der Welt. Wo wir aber soviel an dieser Welt auszusetzen haben, müssen wir ein Organisationsniveau erreichen, dass das ihrige abhängt, damit wir unsere Repräsentation in der Welt vermehren können. Und lassen wir uns nicht von der Größe einer solchen Aufgabe abschrecken, denken wir an die Worte von Subcommandante Insurgente Marcos der Zapatistas der sagt: Suchen wir uns einen großen Feind damit wir an seiner Größe wachsen! Oder wie die Spartaner in Zack Snyders 300 sagen „Wenn eure Pfeile den Himmel bedecken, dann kämpfen wir im Schatten“. Das ist die Einstellung mit der wir vorangehen müssen. Ein gesunder Größtenwahn! Eine Dringlichkeit die so umfassend ist dass sie uns immer weiter in genau die Richtung treibt: Organisation. Banden bilden. Banden vernetzen. Banden verbessern. Und wir haben einen Vorteil und zwar einen ganz entscheidenden: Wir fangen bei 0 an. Wir werden nicht die selben Fehler machen wie die, die wir ablehnen. Wir können von Anfang an eine ganze Menge wesentlich besser machen als es die verrosteten alten Krustensystemen mit ihren Bockmistansammlungen können. Es ist Zeit für einen Umbruch.

L'homme au chien

Image by Le Monolecte via Flickr

Der einzige Grund also, warum die Welt nicht besser für uns läuft, als für das globale Arschsystem, ist, dass wir schlechter organisiert sind.

Es gibt keine Ausrede, die dich von der Selbstogranisation abhalten kann. Wenn dich etwas stört und du willst es wirklich ändern, organisier dich sonst wird das nichts. Jede_r der/die das nicht tut ist ein Heuchler. Leute die groß reden und nichts tun sind die, die Veränderung der Missstände am ehesten hemmen. Ebenso die, die sich ledigleich Beschweren, ob im kleinen oder großen Rahmen – konkreter: Demonstrationen die die Meinung der Politiker ändern sollen sind einen feuchten Flutschi wert. Stattdessen sollte begonnen werden das Vorhandensein von Lösungen selbst zu organisieren, denn die Beschwerdekultur und das einhergehende Abtreten von Verantwortung gehört zum Problem selbst.

Northwestern District Organization Committee o...

Also: Organisiert euch besser als die Banken, die mit ihrem Schuldsystem alle Staaten und ihre Wirtschaften in die Knie zwingen! Organisiert euch besser als der Staat selbst, der anscheinend an all dem scheitert was ihr beklagt, der mit seiner Polizei ebenfalls nur der Aufrechterhaltung des status quo dient und jedem eurer Wagnisse eurer Misere zu entkommen entgegen steht. Organisiert euch besser als die Firmen die unter dem Druck der Investoren nur dem Profit nacheilen und alles andere auf der Welt vergessen. Produziert selbst! Organisiert euch besser als die Medien! Werdet die Medien! Organisiert euch besser als eure Familie die mit ihrer verrosteten Struktur Papa verehrt und Mama stillschweigen lässt, die euch aufhält das zu machen was ihr wollt! Rottet euch dichter zusammen als die eingebildeten Kirchen und Tempel, die glauben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und erobert das wahrhaft religiöse für euch zurück! Organisiert euch besser

als eure eigenen Gedanken die euch immer wieder aufhalten all das zu tun.

Organisation de l'Unité

Image via Wikipedia

Alles wird euch davon abhalten und zum Stillstand zwingen, euch wie eine Mauer eingrenzen und euch ermahnen nicht aus der Reihe zu tanzen. Es wird peinlich sein, es wird anstrengend sein und es wird euch immer wieder ins Chaos stürzen.

Aber wir müssen mutig sein und die Risse in dieser kranken Mauer suchen, graben, bohren, schlagen und treten bis sie fällt.

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2 Antworten to “Organisation ist der Boden auf dem wir stehen”

  1. deine wortwahl lässt mich wieder begeisternd in die hände klatschen 🙂
    sehr schöner text. lassen wir taten folgen! übrigens für alle die nächestes wochenende in NRW sein sollten. schaut ma am 15.04’11 in köln vorbei. das autonome zentrum dort feiert 1jährigen bday -> http://www.youtube.com/watch?v=afbAMlr-IMA mit diesem geilen mobi clip haben sie bis dahin hoffentlich reichlich unterstützerInnen gefunden

  2. party pirate Says:

    hey ja guter und wichtiger text. ich muss sagen ich bin auch nich wirklich aktiv…das is kacke und hier läuft alles schlecht und ÜBERHAUPT 😦 – 🙂 ok manchmal kommts durch aber das jammern hab ich doch schon ordentlich zurückgefahren.
    problematisch find ich immer dass organisierte gruppen, die als kleingruppe anfangen was völlig praktishc und gut ist, nich wachsen. „n paar springen ab n paar kommn dazu n paar laufen hinterher“ die vernetzen sich dann vll noch ganz super mit anderen gruppen aber sind iwi nach aussen verschlossen…auch wenn theoretisch jeder mitmachen kann passiert das nich. und wenige leute die sich kennen gut vernetzt und organisert sind… das nennt man schon fast elite und sowas brauch eigentlich keiner. wer das will soll scientologe werden und xenu hassen oder lieben oder wie auch immer.
    in den emailverteiler hier verirrt sich ja doch ab und an einer das find ich schonmal kuhl.
    womit ich irgendwie immer allein dastehe is die forderung nach besserer aussenwirkung bei demos oder so….wie seht ihr das?? da wird mir oft gesagt die medien schreiben eh nur scheiß und wir wollen keinem gefallen sondern „wachrütteln“ oder sowas… ich schätze (!) unverständnis, ablehnung und vll sogar angst ist leider was „draussen“ ankommt.

    peace 🙂 und nix gegen gezieltes auf die kacke hauen 😛

    ps: fettes mobi video!!

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