Frakturen – Klassifikation und Erste Hilfe

Eine Fraktur liegt vor, wenn es durch Gewalteinwirkung zu einer Durchtrennung oder Verletzung knöcherner Bestandteile des Körpers gekommen ist.

Als Ersthelfer_in muss vorrangig erst einmal zwischen offener und geschlossener Fraktur unterschieden werden können. Geschlossen ist die Fraktur wenn keine äußerliche Blutung zu erkennen ist, keine Knochen sichtbar sind und der Bruch somit innerlich ohne Durchbruch der Haut erfolgte.

Grundsätzlich besteht die Gefahr eines Volumenmangelschocks, sowohl bei offenen als auch bei geschlossenen Frakturen, da in beiden Fällen große Blutverluste auftreten können. Bei einer geschlossenen Fraktur wird der Blutverlust oft unterschätzt, da kein Blut nach außen abfließt und ‚unsichtbar‘ bleibt.out

Bei geschlossenen Frakturen können jedoch ohne sichtbare Blutung folgende Blutverluste auftreten:

Oberam 800
Unterarm 400
Becken 5000
Oberschenkel 2000
Unterschenkel 1000

Zusätzlich kann eine Fraktur von Nervenverletzungen und Lähmungen begleitet sein, insbesondere bei Rippenbrüchen kann es zusätzlich zu Verletzung oder Durchspießung weiterer Organe kommen. Bei einer offenen Fraktur besteht die Gefahr einer Infektion.

Sichere Zeichen einer Fraktur sind:

  • eine abnorme Stellung der Extremität

  • eine abnorme Beweglichkeit der Extremität

  • durch die Haut getretene Knochen (ach was?)

  • Knochensplitter in einer Wunde

  • Gelegentlich hörbare Krepitation

Versorgung einer Fraktur

Offene Wunden sind mit sterilem Material abzudecken. Ersthelfer dürfen nicht versuchen gegeneinander verschobene Knochenteile auseinanderzuziehen und wieder in eine Normalposition zu bringen. Grundsätzlich sollte die von der Fraktur betroffene Extremität möglichst wenig bewegt werden und bis zum Eintreffen des medizinischen Rettungsperonals durch geeignete Gegenstände fixiert werden. Nur in Ausnahmefällen sollte die gebrochene Extremität durch den Ersthelfer unter leichtem Zug in einer Streckstellung ruhiggestellt werden. Die Schienung muß immer über zwei gesunde Gelenke geführt werden.

Bei Volumenmangelschock: Blutstillung, Wärmeerhaltung, Schocklagerung, kontinuierliche Kontrolle der Vitalfunktion.

Kommt es zu einer Gewalteinwirkung auf die Wirbelsäule, kann es zur Verschiebung oder Fraktur von Wirbeln mit oder ohne Rückenmarksschädigung kommen. Wird das Rückenmark geschädigt kann es zu Nervenschädigung bis hin zur kompletten Querschnittslähmung kommen. Durch das unmittelbare Unfallereignis verursachte Querschnittsschäden sind irreversibel. Kommt es erst nach dem Unfallereignis zu einer allmählichen Ausbildung einer Querschnittssymptomatik, können diese Schädigungen durch eine Blutung in den Rückenmarkskanal verursacht worden sein. Hier kann eine möglichst frühzeitige Operation eventuell Dauerschäden verhindern. Akut lebensbedrohlich sind Wirbelsäulenverletzungen die im oberen Bereich der Wirbelsäule liegen. Insbesondere muß hier mit einer Funktionsbeeinträchtigung der Atmung durch Druck auf das Atemzentrum und Verletzung des Nerven, der das Zwerchfell stimuliert, gerechnet werden.

Dieser Artikel wurde verfasst von pierre

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‚Frakturen – Klassifikation und Erste Hilfe‘ und alle seine Bestandteile stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Lizenz.
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4 Antworten to “Frakturen – Klassifikation und Erste Hilfe”

  1. Luchs mit Rattenschwanz Says:

    der blutverlust ist angegeben in litern 😀 !?

  2. natürlich, übrigens handelt es sich um frakturen bei blauwalen – höhö 🙂

  3. daffy duck Says:

    „durch die Haut getretene Knochen (ach was?)“ xD nur’n kratzer

  4. Rattenschwanz mit Fusch dran Says:

    wie bitte willst du denn einen blauwal ruhighalten!? und wie willst du dem bitte die huefte schienen!? und woran sollte sich ein im wasserbefindliches saeugetier denn die huefte brechen!? oh gott! das ist ja wahnsinn!

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