5punkte Ernährung – Punkt 3

5punkte-ernährung

  1. mehr frisches obst und gemüse! one apple a day keeps the doctor away.
  2. das dunkelste brot nehmen! vollkorn vollkorn vollkorn. weg mit raffiniertem zucker!
  3. mehr rohe, unverarbeitete frische nahrungsmittel!
  4. weniger fleisch und tierprodukte!
  5. qualität statt quantität! bio! ohne farb-, konservierungs- und andere zusatzstoffe!

punkt 3 – roh, frisch und unverarbeitet!

Warum sollte unser Essen roh, frisch und unverarbeitet sein? Ganz einfach weil dann die meisten Nährstoffe enthalten bleiben! Wird essen gekocht, so zersetzen sich teilweise lebenswichtige Vitamine, wird es längere Zeit gelagert so können durch Licht und Sauerstoffeinwirkung ebenfalls Nährstoffe zersetzt werden. Durch Behandlungsmethoden – seien sie noch so ’schonend‘ – die z.B. der Haltbarmachung dienen, gehen viele Stoffe verloren, die im naturbelassenen Produkt enthalten und ernährungsphysiologisch wertvoll sind. Zwar werden behandelte Produkte im Nachhinein wieder mit einigen verloren gegangenen Substanzen angereichert, aber die natürliche Grundzusammensetzung ist dahin. Wenn man die Ernährung mit frischen Lebensmitteln gestaltet, dann benötigt man keine Haltbarmachung und spart Energie ein, die sowohl bei der Behandlung als auch bei der Produktion der zuzusetzenden Substanzen aufgewendet werden würde.

Zum Beispiel kommen in den Randschichten des Weizenkorns neben wichtigen Mineralien auch hochwertige pflanzliche Eiweiße vor, die im raffinierten Produkt, dem „Auszugsmehl“ nahezu komplett fehlen, da es hauptsächlich aus dem Mehlkörper, das heißt aus Stärke, und dem weniger wertvollen Kleberprotein besteht. Die Randschichten werden bei diesem Mehl entfernt. Dadurch ist es zwar lange haltbar und hat die besten Backeigenschaften, aber drin ist da nicht wirklich was. Dasselbe gilt für polierten Reis oder raffinierten Zucker (Vollwert – Renate Kissel; Siegloch Edition 1990).

Frisch hat allerdings auch noch eine andere Bedeutung. Heutzutage ist es möglich nahezu alles immer frisch zu bekommen, zum Beispiel Bananen im Winter. Dies ist Folge der Globalisierung, die sicherlich einige Vorteile mit sich bringt. Allerdings sei doch mal die Frage gestellt, warum es notwendig ist Äpfel aus China zu importieren wenn bei meinem Nachbarn im Garten 4 Äpfelbäume stehen und die allein nicht mal alle aufgegessen werden – zugegeben das ist sehr naiv, aber das Grundprinzip ist einfach: die meisten Lebensmittel die tatsächlich für eine ausgewogene gesunde Ernährung notwendig sind, die wachsen hier auch! Das Angebot wird sogar ganz natürlich abwechslungsreich gehalten und zwar durch den Wandel der Jahreszeiten. Stichwort Saison-Gemüse bzw. -Obst.

Eine wirklich ‚frische‘ Ernährung bedeutet also auch regional und saisonal, denn nur das ist die ursprüngliche Bedeutung von frisch. Wenn im Herbst Kürbisse wachsen und geerntet werden, dann sind sie zu diesem Zeitpunkt frisch und können ohne großen Aufwand gegessen werden. Kiwis sind dies auch, aber sie werden um die halbe Welt z.B. aus Neuseeland geflogen um hier dann gegessen zu werden und dabei sind sie ernährungsphysiologisch komplett überflüssig. Sie sind lecker keine Frage! Aber der Unterschied besteht schlichtweg zwischen dem was wir brauchen und dem was wir wollen. Die Nährstoffe lassen sich aus regionalen und saisonalen Produkten ziehen und verbrauchen dabei weniger Energie, das bedeutet diese Form der Ernährung ist stabiler. Das Umherfliegen und entgegen der Jahreszeiten essen etc. verschlingt einen Haufen Energie und ist damit weniger sinnvoll. Sicherlich ist diese Tatsache auch im Zusammenhang mit Klimaerwärmung etc. zu sehen, aber mal ganz davon abgesehen ist es doch einfach mal nur Quatsch!

Es sei noch erwähnt dass die öffentliche Diskussion zweigeteilter Meinung ist, ob künstliche oder stark verarbeitete Lebensmittel nun weniger gesund sind oder nicht. Zu Bedenken ist der Druck unter dem Lebensmittelkonzerne stehen, ihre Produkte zu verkaufen und dass viele Studien von diesen Unternehmen in Auftrag gegeben werden. Forschungsinstitute bekommen also Geld von diesen Firmen, und wenn Ergebnisse nicht befriedigend sind, wird weiter ‚geforscht‘ wahrscheinlich bei einem anderen Institut.

Auf der Suche nach neutralen Standpunkten lässt sich eine Aussage der Deutschen Ernährungsgesellschaft heranziehen:

Garen Sie […] Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen, soweit es geht kurz, mit wenig Wasser und wenig Fett – das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen.

Offensichtlich möchte auch die DGE damit sagen, dass Nährstoffe gut sind und Verarbeitung den Wert mindert. An anderer Stelle sagt sie auch:

Genießen Sie 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch […] Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Carotinoiden, Flavonoiden) versorgt. Das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können.

Frisch also auch noch! Damit wissen wir eigentlich alles wichtige zum Thema. Dass die DGE nicht gleich sagt, dass verarbeitete Lebensmittel diesen Empfehlungen nicht ganz nachkommen liegt sicherlich daran, dass sie ein staatlich finanziertes Organ sind und der Staat ein gewisses Interesse an dem Absatz großer Lebensmittelkonzerne hat. Aber das ist – wie sagt Fontane? – ein weites Feld und hat mit Ernährung dann schon nicht mehr soviel zu tun.

Es folgen bald Punkt 4 & 5!

Dieser Artikel wurde verfasst vom kater

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‚5punkte Ernährung – Punkt 3‘ und alle seine Bestandteile stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Lizenz.
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2 Antworten to “5punkte Ernährung – Punkt 3”

  1. Fuchs mit Rattenschwanz Says:

    auch exellent! sehr umfassend, kritisch und auf den punkt formuliert. gefaellt mir sehr gut! haette ich nicht besser machen koennen! enthaelt einige denkansaetze zum ueberdenken des eigenen konsummusters.

  2. schmeichlerin! aber wirklich neutral ist er nicht geworden, dafür brannte das thema zu sehr unter den fingern..

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