Guerilla Gardening

//sie haben einen unserer gärten gefunden und fragen sich was das soll?

Guerilla Gardening ist eine wunderbare Ausdrucksform individuellen Charakters im öffentlichen Raum. Das Wildgärtern hat die Zielsetzung karge Straßenlandschaft in farbenfrohe Gärten zu verwandeln und dabei gegen zahlreiche Dinge zu protestieren, bzw. Selbstständigkeit und Freiheit zu betonen.

Zum einen wird durch die Vielfalt und den Kontrast zum städtischen Einerlei gegen Uniformierung und Gleichschaltung gekämpft. Gesellschaften die durch einen ausgeprägten Konsumcharakter geprägt sind und von wenigen Marken, bzw. Idealbildern die in Medien generiert werden, bestimmt werden, lassen die Diversität von Meinungen und Freiheiten schrumpfen. Dieser gefährlichen Entwicklung ist entgegen zu wirken, was durch das Durchbrechen der Norm in Form des Guerilla Gardenings hervorragend geschieht und offenkundig nicht linksradikal, randalierend oder steineschmeißend ist, sondern ganz im gegenteil: der Allgemeinheit zu Gute kommt.

Als zweites protestiert das Guerilla Gardening auch gegen den Zuwachs des städtischen Raums, des Verkehrs, der Umweltverschmutzung, also allgemein gegen das Zurückdrängen der Natur. Denn – auch wenn es gern übersehen wird :

Naturschutz bedeutet nicht in erster Linie Sentimentalität gegenüber schönen und seltenen Blumen oder Schmetterlingen. Er ist auch Schutz unserer eigenen Art, also Selbstschutz. Das bedeutet in der Praxis: Schutz sowohl einzelner Individuen von bedrohten Arten als auch lebens- und überlebensfähiger Populationen so vieler Arten wie noch irgend möglich; und deshalb vor allem Schutz ausreichend großer zahlreicher und vielfältiger Biotope sowie der darin ablaufenden natürlichen ökologischen Prozesse.

Prof. Klaus Hahlbrock – Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren? (S. 43 Z.7ff.).

Wenn wir als Gesellschaft überleben wollen, dürfen wir uns nicht unserer eigenen Grundlagen berauben und noch weniger erlaubt es die Fairness und unsere Vernunft willkürlich zu nehmen ohne zurückzugeben – außer in Form von CO2-Emissionen und Giftmüll was die Tatsache der Ungerechtigkeit weiter verdeutlicht.

Das Guerilla Gardening ist also deutlich eine Mahnung, ein Hinweis, ein Schrei der Natur nach Aufmersamkeit, vielleicht erscheint er teilweise verzweifelt, aber vielleicht ist Verzweiflung auch langsam angebracht, denn die Situation spitzt sich weltweit zu und Verzweiflung entwickelt starke Energien die es möglicherweise noch rechtzeitig schaffen das Ruder rumzureißen.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt des Guerilla Gardenings ist das Eigen-Engagement, deshalb beobachtet dieses Blog und alle Mitwirkenden die Entwicklung des Freigärtnerns mit Interesse. Eigen-Engagement ist eines unserer Hauptziele und unser Hauptaufgabenbreich. Engagement, das ist der Mut den Entschluss zu fassen die Verhältnisse zu ändern. Ohne dieses Engagement würden wichtige Meinungen und Ansichten überhört werden. Die Gestaltung unserer Gesellschaft kann nur dann allen Interessen gerecht werden, wenn alle Interessen beachtet werden. Doch unsere Gesellschaft wird inzwischen nur von wenigen gestaltet, der Rest ist passiv und gefangen in Problemen vielerlei Art.

So wie das Guerilla Gardening die Befreiung des Grüns aus der grauen Umklammerung des urbanen Raums ist, so plädiert es auch für die Befreiung des Individuums aus der Lähmung gesellschaftlicher und größtenteils kapitalistischer Zwänge.

Für eine lebendige Gestaltung unseres öffentlichen Raums, damit unser Lebensraum es wieder wert sein kann ‚Lebensraum‘ genannt zu werden!

Für die Freiheit der Ideen und gemeinsames Schaffen!

Dieser Artikel wurde verfasst vom maulwurf

Creative Commons License

‚Guerilla Gardening‘ und alle seine Bestandteile stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Lizenz.

weiterführende links:

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2 Antworten to “Guerilla Gardening”

  1. Hallo,
    ich finde Guerilla Gardening ist eine tolle Sache, deswegen schreibe ich auch meine Diplomarbeit über das Thema ;-).
    Ich brauche dabei, aber Untersützung, denn ein Teil dieser Arbeit ist eine Onlineumfrage unter Guerilla Gärtnern, keine Sorge weder Namen noch E-Mail Adressen werden abgefragt. Einfach anonym mitmachen unter
    http://gurilla-gardening.finchen.co.uk
    Danke! Lasst uns das Grau der Städte mit Blumen überziehen!

  2. da link is broken, fehlt n „e“ in „http://gurilla[…]“

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